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Eine Durchsetzung der Nachhaltigkeitsziele als Chance für den eigenen Standort

«Nur durch die Transformation hin zur Kreislaufwirtschaft bleibt unser Wirtschaftssystem konkurrenzfähig»

Gerade mal 15% der Unternehmen glauben an die Kreislaufwirtschaft – oder vielmehr versuchen sich wenigstens darin, 10% oder mehr ihres Umsatzes mit entsprechend nachhaltigen Produkten zu generieren. «Für 85% der befragten Unternehmen spielen zirkuläre Produkte oder Services im Umsatz keine oder kaum eine Rolle.» Dies ist ein ernüchterndes Resultat der Studie «Kreislaufwirtschaft. Innovationen der Berner Wirtschaft im europäischen Kontext. 2021» von Reuter transferpilots.ch, die im Kanton Bern durchgeführt wurde (S.62).

Doch es gibt auch Berner Unternehmen, die sich ganz am anderen Ende des Spektrums auf der Seite der nachhaltigen Unternehmen befinden: Semadeni Plastics, Ypsomed und Vögeli, die zu den Pionieren der Kreislaufwirtschaft gehören, wurden in der Studie als positive Beispiele herausgegriffen und portraitiert. Bei der Vögeli AG wächst der Cradle to Cradle®-Bereich kontinuierlich und macht bereits rund 30% des jährlichen Umsatzes aus, wie es auch im Bericht abgebildet wird. (S. 74/75)

«Die Vögeli AG Marketingproduktion & Druck im emmentalischen Langnau setzt seit Generationen auf nachhaltige Produktion – Ökologie hat hier eine lange Tradition. Entsprechend sind auch die Medien auf das KMU aufmerksam geworden. ‹Der Bund› betitelte die Firma als die ‹nachhaltigste Druckerei der Welt›. Dank umweltfreundlicher Verfahren trotzt die Druckerei der Branchenkrise», weiss die Studie weiter zu berichten.

Der Report hält fest, dass KMU bei der Umsetzung zirkulärer Wertschöpfungsprozesse «vor deutlich grössere Herausforderungen» gestellt seien als Grossunternehmen. Sie seien häufig nicht in der Lage, entsprechende Innovationen aus eigener Kraft anzustossen. Hier könnten lokale und regionale Unterstützung und Förderung einen wesentlichen Beitrag leisten.

Auf die Frage angesprochen, welche Anliegen er denn an den Staat habe, antwortet Markus Vögeli von der Vögeli AG, er sei zunächst einmal kein Befürworter staatlicher Eingriffe. «Aber das Problem ist einfach, dass die Kostenwahrheit nicht stimmt.»

«Das müsse in vernünftiger Form korrigiert werden, Lenkungsabgaben seien eine ultima ratio. Natürlich verstehe er die Bedenken derjenigen, die eine Schwächung des eigenen Standortes befürchten, sollten Auflagen und Kosten zur Durchsetzung der Nachhaltigkeitsziele steigen. Doch dies sei eine sehr kurzfristige Betrachtung, denn die Transformation werde ohnehin auch in anderen Ländern kommen. Das lineare Wirtschaftssystem sei nicht überlebensfähig. Und so gehe es mehr um Fördern und proaktives Handeln, um als Standort vorne dabei sein zu können», beschliesst die Studie das Portrait der Vögeli AG.

Der Report steht unter folgendem Link auf der Website von Reuter transferpilots.ch kostenlos zum Download bereit: https://www.transferpilots.ch/themen